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Ferienhäuser KranichFerienhäuser Kranich
5. Juni 20208 Min. Lesezeit

D-Day: Weltgeschichte vor der Ferienhaustür

Das Ferienhaus liegt mitten in einer damaligen Schlachtzone. Eine Spurensuche zwischen Château Bernaville, Hill 30 und der Mauer der Erinnerung.

Fallschirmspringer bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag des D-Day

Der D-Day, die Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944, ist bis heute eines der prägenden Ereignisse Ihrer Urlaubsregion. Nicht nur, weil es um den 6. Juni zahlreiche Gedenkveranstaltungen und das D-Day-Festival gibt: Geschichtsinteressierte kommen das ganze Jahr über in die Basse-Normandie.

Zum Teil junge Menschen, die die Kriegsgeneration nicht mehr selbst fragen können, wie es damals war. Andere versuchen immer noch etwas über den Verbleib verschollener Verwandter herauszufinden. Viele Gefallene wurden erst Jahre später geborgen und konnten nicht identifiziert werden. Die unzähligen Grabsteine mit der Aufschrift „unbekannter Soldat“ sprechen davon, dass bis heute Familien mit der Ungewissheit leben – auf deutscher wie auf alliierter Seite.

Der D-Day rund um Picauville

Das Ferienhaus Kranich liegt inmitten einer damaligen Schlachtzone. Die deutsche 91. Luftlande-Infanterie-Division hatte im Château Bernaville ihr Stabsquartier. Generalleutnant Falley war in der Nacht zum 6. Juni zusammen mit Major Bartuzat auf dem Weg nach Rennes. Als sie die großen Mengen an Flugzeugen über dem normannischen Himmel bemerkten, machten sie sofort kehrt. Beim Mühlenanwesen in der Nähe des Châteaus trafen sie auf den Fallschirmspringer Malcolm D. Brannen und seine Gruppe; beide deutschen Offiziere kamen bei den Gefechten ums Leben.

Nicht alle Männer des 2. Bataillons des 508. Regiments der 82. US-Luftlandedivision konnten in dieser Nacht abspringen. So landeten nur versprengte Truppen in den Sümpfen zwischen Chef-du-Pont und La Fière. Lieutenant Colonel Shanley sammelte rund 300 Mann auf einer Erhebung beim Weiler Caponnet. Eingekesselt auf dem Hill 30 mussten die Fallschirmjäger drei Tage lang Widerstand leisten, um den Brückenkopf am Merderet zu halten – ohne ausreichend Nahrung, Wasser und Munition. Erst am 10. Juni erreichte das 358. Regiment der 90. US-Infanteriedivision Picauville.

Gedenkfeierlichkeiten am Utah Beach

Der D-Day in Appeville

Weniger dramatisch verliefen die Ereignisse in Appeville. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni landeten dort mehrere Fallschirmjäger der 101. Airborne. Sie waren auf der falschen Seite der Douve abgesprungen und mussten sich neu gruppieren. Über die gefluteten Sümpfe ging das nur mit dem Boot; die Einwohner organisierten Übersetzdienste. Beim Transport zweier Verwundeter eröffnete eine deutsche Patrouille das Feuer.

Orte des Gedenkens

Sehr nachdrücklich hat sich Lucien Hasley in Port Filiolet, ein Stück nördlich der Ferienhäuser, mit dem Geschehen auseinandergesetzt. Der damals Zehnjährige erlebte Besetzung und Befreiung mit und hat seine Erinnerungen als Basrelief in die Wand seines Hauses gearbeitet. Die Mauer der Erinnerung zeigt Fallschirmspringer und abstürzende Flugzeuge; die Namen der Opfer sind in die Steine eingraviert.

Die Mauer der Erinnerung in Port Filiolet

Wir empfehlen außerdem einen Besuch auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Orglandes. 10.152 deutsche Soldaten sind hier bestattet, darunter auch Generalleutnant Falley und Major Bartuzat. Der Friedhof liegt wenige Fahrminuten von Picauville Richtung Saint-Sauveur-le-Vicomte und ist gut ausgeschildert. Ebenfalls sehr beeindruckend: die Friedhöfe in der Nähe des Omaha Beach – der amerikanische in Colleville und der deutsche in La Cambe.

Museen und Ausflugsziele

  • Airborne Museum, Sainte-Mère-Église – eines der größten Museen der Region. Mai bis August täglich 9 bis 19 Uhr, April und September 9.30 bis 18.30 Uhr, Oktober bis März 10 bis 18 Uhr. Im Dezember und Januar geschlossen (außer in den französischen Winterferien).
  • Batterie Crisbecq – ehemalige deutsche Befestigungsanlage. April bis Juni sowie September bis November 10 bis 18 Uhr, Juli und August 10 bis 19 Uhr. Hunde dürfen mit.
  • Normandy Victory Museum, Carentan – aufwendig inszenierte Ausstellung zur Schlacht in der Bocage.
  • Sainte-Marie-du-Mont – das erste von amerikanischen Truppen befreite Dorf, mit imposanter Kirche.
  • Utah Beach – Landungsstrand mit Museum und Gedenkstätten.

Ein Rundgang durch Sainte-Mère-Église lohnt sich ohnehin: Nirgendwo sonst finden Sie so viele Bücher und Andenken zum D-Day. Am Kirchturm hängt bis heute eine Puppe – zur Erinnerung an den Fallschirmjäger John Marvin Steele, dem das Missgeschick widerfuhr, dort hängen zu bleiben.

Das D-Day-Festival wird alljährlich von Ende Mai bis Mitte Juni begangen und verbindet Gedenken, Geschichtsvermittlung und Rahmenprogramm. Das vollständige Programm gibt es bei den Fremdenverkehrsbüros in Sainte-Mère-Église und Bayeux.

In Museen und auf Soldatenfriedhöfen sind Hunde in der Regel nicht erlaubt. Eine Ausnahme ist die Batterie Crisbecq.

Text: Barbara Homolka / chiennormandie.de · Fotos: Barbara Homolka und Tanja Kranich

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